Ki.SSES-Studie präsent auf Tagungen

ISES X Dortmund - Interdisziplinäre Tagung Sprachentwicklung und Sprachentwicklungsstörungen

Programm

Anja K. Theisel, Markus Spreer, Christian W. Glück

Absinken des IQ im Verlaufe der Grundschulzeit bei Kindern mit sonderpädagogischem
Förderbedarf Sprache

ASHA Convention Boston 2018

Posterpräsentation auf der Tagung der amerikanischen Sprachtherapeuten

 

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Glück Theisel Spreer: IQ declines through primary school years in children with DLD
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Das Poster fand grosses Interesse, auch bei unseren US-amerikanischen Kollegen. Hier Prof. Glück und Prof. Spreer zusammen mit Prof. Austin, die uns im Sommer 2018 mit einer Studierendengeuppe in Leipzig besucht hat.

Für 2020 ist der nächste Besuch geplant. Hierfür haben wir erste Absprachen für ein gemeinsames Projekt der Leipziger mit den Texanischen Studierenden gemacht.


Gastvorträge am Fachbereich

Zwei Gastvorträge werden in der zweiten Novemberwoche angeboten:

 

Dienstag 6.11.18 13:15, Campus Jahnallee, Haus 3, Turmzimmer 301:

Prof. Dr. Anja Blechschmidt (FHNW Basel)

Kinder im Bildungssystem in der Schweiz. Tätigkeitsfelder von Logopädinnen/Logopäden und Sonderpädagoginnen/Sonderpädagogen

 

Freitag 9.11.18: 11:15, Campus Jahnallee, Haus 5, 132

Timo Lüke (TU Dortmund)

Entwicklung von Tests & Screenings der Sprachentwicklung

 


Fachtag Hören 1.10.2018

Rückblick / Pressemitteilung, 04.10.2018

Sonderpädagogen für Kinder und Jugendliche mit Hörstörungen dringend benötigt

Gemeinsame Fachtagung der Universitäten Halle und Leipzig untersuchte Perspektiven der Hörgeschädigtenpädagogik für Mitteldeutschland

Wir laufen auf eine eklatante Situation zu.“ mit diesen Worten beginnt der Hauptreferent Prof. Dr. Johannes Hennies auf der ersten Fachtagung zum Förderschwerpunkt Hören an der Universität Leipzig seinen Vortrag. Der Professor für Hörgeschädigtenpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg ist der gemeinsamen Einladung der Prorektoren der Universitäten Halle-Wittenberg und Leipzig, Prof. Zimmmermann und Prof. Hofsäss, zur Fachtagung „Perspektiven der Hörgeschädigtenpädagogik in Mitteldeutschland“ gefolgt.

Initiiert wurde die Fachtagung von den Professoren Sallat (Halle) und Glück (Leipzig), welche an beiden Universitäten für die Ausbildung von Sonderpädagogen mit einer Spezialisierung für Kinder mit Förderschwerpunkt Sprache verantwortlich sind. Einen Tag nach dem Welttag der Gehörlosen analysierten sie gemeinsam mit 40 Expert*innen aus Hörgeschädigten- und Sprachheilschulen sowie aus der Schulaufsicht in Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie Vertretern der  relevanten Bundesverbände (BDH, vds, dgs) die besorgniserregende Situation des Mangels an Hörgeschädigtenpädagog*innen. Bundesweit existieren nur fünf Studienstandorte für Sonderpädagogik im Förderschwerpunkt Hören – davon in den neuen Ländern nur einer in Berlin und die dortige Ausbildungskapazität reicht gerade für die Bedarfsdeckung vor Ort. Bereits heute finden die Hörgeschädigtenschulen in den mitteldeutschen Bundesländern kaum spezialisierte Kolleg*innen für Neueinstellungen und in den nächsten Jahren werden große Teile der Kollegien in Rente gehen. Dabei steigt mit der gemeinsamen, inklusiven, Beschulung von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderungen der Bedarf an Sonderpädagogen. Schon jetzt werden in Sachsen über 500 Schülerinnen und Schüler mit Hörstörungen an allgemeinen Schulen und etwa 330 an Hörgeschädigtenschulen unterrichtet, in Sachsen-Anhalt sind es ebenfalls etwa 330 Schülerinnen und Schüler an Hörgeschädigtenschulen und ca. 250 Schülerinnen an allgemeinen Schulen.

Gerade hier in Mitteldeutschland, wo Samuel Heinicke 1778 in Leipzig die erste staatliche Hörgeschädigtenschule auf deutschem Boden gründete und 1910 in Halle die erste Sprachheilschule Deutschlands eingerichtet worden ist, sollte die Tradition Verpflichtung sein, für Partizipation und Chancengleichheit sprach- und kommunikationsbeeinträchtigter Menschen einzutreten. Hierzu gehört auch die angemessene, sonderpädagogische Unterstützung.

Die Teilnehmer*innen waren sich weitgehend einig, dass nur ein kräftiges Engagement der Länder auf mehreren Ebenen die Situation verbessern kann. So sollte eine kurzfristig wirksame, berufsbegleitende, wissenschaftliche Ausbildung von Lehrkräften durch den Aufbau eines grundständigen, sonderpädagogischen Lehramtsstudienganges im Förderschwerpunkt Hören ergänzt werden. Nur so kann der Bedarf an spezialisierten Pädagogen sowie die fachliche Qualität von Lehre und Forschung nachhaltig gesichert werden. Dass die Ausbildungskapazitäten bundesweit – und insbesondere in Mitteldeutschland - nicht ausreichen, hat inzwischen auch die Kultusministerkonferenz eingeräumt und sucht in den Bundesländern aktuell nach Lösungen.

 

Die Prorektoren für Studium der Universitäten Halle-Wittenberg und Leipzig – Prof. Zimmermann und Prof. Hofsäss – haben in ihren Begrüßungsworten deutlich gemacht, dass die beiden Universitäten bereit sind, an solchen Lösungen mitzuarbeiten. So wurde dann in einer Arbeitssitzung am Nachmittag mit den geladenen Fachexperten und Experten aus der akademischen Verwaltung beider Universitäten die Möglichkeit der gemeinsamen Verantwortung für einen kooperativen grundständigen Studiengang (Erweiterungsstudiengang) im Uni-Bund beider Hochschulen diskutiert. Möglichen Synergien stehen jedoch noch einige administrative Hürden sowie unterschiedliche Lehramtsprüfungsordnungen in beiden Bundesländern entgegen.

 

Die Teilnehmer waren sich einig, dass es auch zukünftig trotz den immer besseren Möglichkeiten in Hörgerätetechnik und Medizin weiterhin viele Schülerinnen und Schüler mit Hörschädigungen geben wird, die einer besonderen Pädagogik bedürfen. Damit Menschen mit Hörschädigungen auch in der Schule keine eklatante Situation vorfinden, sondern auf Pädagog*innen treffen, die mit vielfältigen Methoden ihren Kommunikationsbedürfnissen und -möglichkeiten begegnen zu wissen, bedarf es dringend einer Erweiterung des sonderpädagogischen Studienangebotes in Sachsen und Sachsen-Anhalt.

 

 

 

Kontakt:

 

Prof. Dr. Christian W. Glück – christian.glueck@uni-leipzig.de

 

Prof. Dr. Stephan Sallat – stephan.sallat@paedagogik.uni-halle.de

 

 

 

Verbände:

 

Berufsverband Deutscher Hörgeschädigtenpädagogen BDH Vorsitz: Susanne Keppner susanne.keppner@lvr.de

 

Verband Sonderpädagogik vds, Bundesreferentin Förderschwerpunkt Hören: Dr. Susanne Römer mailto:susanne.roemer@verband-sonderpaedagogik.de

 

Deutsche Gesellschaft für Sprachheilpädagogik dgs, Vorsitz: Gerhard Zupp zupp@dgs-ev.de